Dieser Blog ist umgezogen!
Mittwoch, 12. Oktober 2011
Content 2020: How Coca Cola sees Storytelling in the Center of their Marketing
Dienstag, 23. August 2011
(My) Digital Planning Basics - Miami Ad School Guest Lecture
Sonntag, 21. August 2011
Superf*ckingawesome! - Mein Rückblick auf das dritte Planning Barcamp in Hamburg



Donnerstag, 30. Juni 2011
Wie man Ideen, Innovationen, Schönheit und Talente auswählt - Eindrücke von der apg-Open Source 2011
Mir hat die Veranstaltung durch den gelungenen Mix an Sprechern wirklich großen Spaß gemacht. Umso trauriger war ich, dass ich an der Bierverkostung (Selektion des Geschmacks) und Abendveranstaltung wegen eines anderen Termins nicht teilnehmen konnte.
Die schnellen Notizen, die ich über den Tag gemacht habe, möchte ich allerdings niemandem vorenthalten.

Thomas Osterkorn, Chefredakteur des stern, hat gezeigt, dass die Auswahl der Titelgeschichte viel mit der Erfahrung und dem Bauchgefühl der Redaktion zu tun hat. Auch wenn die Mafo genau weiß, dass der Stern von Machern, Intellektuellen und Progressiven gelesen wird und man hinterher sehr genau herausfinden kann, warum eine Titelgeschichte nicht funktioniert, bleibt die Prognose eines erfolgreichen Titels immer eine Wette mit vielen Unbekannten.
Zwei eiserne Regeln scheint es trotzdem zu geben:
Angela Merkel auf dem Titel ist die sicherste Verkaufsbremse, so Osterkorn.
Insgesamt hätte man bei Crime/Politik-Themen eine Lesequote von 70%. Aber niemand wolle das auf dem Titel haben, anfassen und mit in den Urlaub nehmen. Für mich heißt das, dass Empathie auch der Schlüssel für einen erfolgreichen Titel ist.
Der Neurobiologe Dr. Björn Brembs (www.twitter.com/brembs) beschäftigt sich mit dem freien Willen - vor allem mit dem freien Wille einer Fliege. Die wird in seinen Experimenten an ein Gestell geklebt und ihre Flugentscheidungen durch Hitze beeinflusst.
Bei dieser Vorstellung ist mir nicht besonders wohl im Magen. Auch bin ich kein großer Fan davon, das Verhalten von Menschen und Fliegen zu vergleichen. Nichtsdestotrotz fand ich Dr. Brembs Vortrag sehr kurzweilig und schon deshalb sympathisch, weil er sein eigenes Fach mit einer gesunden Portion Selbstkritik betrachtet hat.
(Foto von Nina Rieke)
Seine Grundannahme "Könnten wir nicht frei wählen, gäbe es uns nicht" steht im erfrischenden Gegensatz zu einigen Vertreten der Neuro-Science oder des Neuro-Marketings, die mit Gehirnscans den freien Willen zugunsten eines Kauf-Schalters im Kopf abschaffen wollen (Was ich sehr bezweifele. Aber das ist eine andere Geschichte)
Der effektivste Weg den freien Willen zu beeinflussen, liegt so Brembs darin eine Situation zu schaffen, in der die Entscheidungsmöglichkeiten begrenzt sind. Allerdings dürfe die Situation nicht so beschränkend sein, dass es dem Menschen auffällt, dass er keine freie Wahl mehr hat.
Ich musste bei seinen Ausführungen zuerst an Disney-Land denken. Innerhalb des Parks hat man zu jedem Moment das Gefühl frei entscheiden zu können, obwohl die Auswahl von Disney begrenzt wird. Es ist also die freie Entscheidung zwischen vier Restaurants, die alle das Gleiche kosten und dem selben Konzern gehören. Und irgendwie ist ein Apple-Store ganz ähnlich.
Diese Sichtweise hat mich inspiriert, künftig noch intensiver über den POS und die Shopping-Experience nachzudenken als bisher.

Armin Morbach, schillernder Herausgeber des TUSH-Magazins vertrat die gänzlich unwissenschaftliche Meinung, dass eine gelungene Auswahl von Schönheit immer aus dem Bauch komme.
Und dieses Bauchgefühl, so habe ich aus seiner bewegten Lebensgeschichte geschlossen, wird vor allem durch den Mut zu Risiko geschult. In seiner Präsentation zeigte er, wie er es aus der deutschen Provinz ohne Geld in der Tasche nach Miami zu Stylisten schaffte und dann zum Fotografen und Magazin Herausgeber. Künstler wollte er dabei nie sein, denn in "Berlin sei heute jeder Depp ein Künstler".
Die wichtigste Lektion für mich war Armins Antwort auf die Frage woher er seine Inspiration nehme. Inspiration komme für ihn aus der Beobachtung des Alltags und auf keinem Fall aus Fashion Shows. Die seien meist eher Langweilig.
Ich finde diese Bemerkung sehr wichtig, weil gerade in der Werbung ein ungesundes Abschauen bei der Konkurrenz herrscht. Die Inspirationssuche bei Ads of the World führt unweigerlich ebenso zum permanenten Kopieren von Best Practice - wie die Inspirationssuche von Modeschaffenden auf einer Fashion Show.
Einen ganz eigenen Weg Innovationsideen auszuwählen hat Ulf Pillkahn von Siemens vorgestellt. Seiner Meinung nach wählen wir meist Ideen mit den falschen Kriterien aus. Besonders zu starkes Effizienzdenken (Was bringt die Idee? Wie hoch ist der ROI?) führe ganz unterbewusst dazu, dass Unternehmen nur die naheliegen, gewöhnlichen und mittelmässigen Ideen anstreben.
Denn "bei 80% der Ideen ist die Unsicherheit im Verständnis der Idee so groß, dass eine zweifelsfreie Beurteilung nicht möglich ist!"
Deshalb setzt er auf den Faktor Zufall bei der Selektion von Innovationsideen. Nach einer Ideenrunde werden neben bewusst ausgewählten Ideen auch eine Hand voll Ideen weiterverfolgt, die durch ein Zufallsverfahren - das Innovation Roulette - ausgewählt wurden. Und oftmals hätten sich gerade diese Zufallsideen bewährt. Deshalb hat er darüber ein Buch geschrieben, das bald erscheint: www.innovation-roulette.com
Bei Lars Stein, dem Gründer von Studienaktie.org, und Ernst Tanner, dem Sportlicher Leiter TSG 1899 Hoffenheim, ging es um die Auswahl von Talenten aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln. Während der Profi-Fussball eine harte Selektion schon in jungen Jahren trifft und denen, die es nicht zum Profi schaffen auch eine Exit-Strategie bieten muss, will das Modell von Studienaktie.org allen Menschen Bildung ermöglichen, die sich dafür einsetzen.
Das Social Startup bringt über das Internet Menschen, die etwas lernen wollen und Menschen, die in die Lernwilligen investieren wollen, zusammen - unabhängig von Alter und Studienrichtung. Dabei entstünden schon mal lustige Kombinationen, wie der Versicherungsmakler, der eine Kunststudentin unterstützt.
Richtig hart ins Gericht mit der Werbebranche ging Prof. Dr. Björn Bloching von Roland Berger.

Für ihn sei es kein Wunder, dass eine Branche die bei wachsendem Professionalisierungsdruck unterdurchschnittliche Gehälter zahle, wenig Weiterbildung ermögliche, kaum Aufstiegschancen biete, keine Personalpolitik oder Employer Branding betreibe und die Mitarbeiter in operativen Tätigkeiten verheize von Young Potentials zunehmend ausselektiert werde.
Denn die würden heute viel mehr auf Selbstverwirklichung und Work-Life Balance achten als früher. Gerade in Sachen kreativer Selbstverwirklichung böte die Werbung zwar heute unendliche Potentiale, doch die Rahmenbedingungen stimmten nicht.
Viel zu wenig Zeit hatte Russell Davies, Stratege bei Ogilvy & Mather, Blogger und Konferenzveranstalter. Seine Flugzeiten lagen so ungünstig, dass ihm nur wenige Momente blieben, um über die Selektion von Ideen zu sprechen.
In seinem blitzschnellen Vortrag gab er vier Suchfelder an, in denen er in naher Zukunft das Potential bedeutungsvolle Ideen kommen werden:
Der wichtigste Satz für mich stand allerdings auf einer Folie am Ende seines Vortrages. In ihm steckt sowohl die Krise der Kommunikationsbranche als auch eine Idee wo die Kreativität der Agenturen und Strategen in Zeiten des digitalen Umbruchs künftig gebraucht wird:
"Businesses are looking for new things to sell, not new ways to sell" (Russel Davis)
Vom Markenstrategen zum Intangible Value Designer...könnte das die Richtung sein....
Montag, 9. Mai 2011
How to create something meaningful - My Guest-Lecture @Miami Ad School Hamburg
I had the pleasure to give a guest lecture at the Miami Ad School Hamburg as part of Steffen Stäuber's 'Create Meaning" Project (http://createmeaning.com).
Ten Students are briefed to develop ideas and concepts that go far beyong traditional advertising. They have the goal to produce something that is meaningful to people like a Game or a new Product.
So in my lecture I wanted to make them aware of "the meaning of meaning" and also inspire their creative thinking with a little introduction into my understanding of Design Thinking and some useful tools.
Here are my slides:
How to create something meaningful... Mein Gastvortrag zum 'Create Meaning" Projekt
Im Rahmen des Projektes versuchen 10 Studenten der Miami Ad School Alternative Kommunikationsformen zur klassischen Werbung zu entwickeln. Von der digitalen Plattform bis zum Neuprodukt ist alles erlaubt, dass für Menschen Bedeutung entfaltet und so die Marke stärkt.
Für das Projekt gibt es unter http://createmeaning.com einen interessanten Blog.
Dort sind auch die Folien meines Gastvortrags mit dem Titel "How to create something meaningful" zusammen mit einem langen Artikel von mir zu finden. In meinem Vortrag habe ich den Studenten nahegebracht, wie wichtig es ist, in die Lebenswelt der Menschen einzutauchen, für die man etwas bedeutungsvolles entwickeln will. Daneben habe ich den Kreativ-Prozess beschrieben und einige Tools vorgestellt.
Hier ist der Link zu meinem Gastbeitrag auf createmeaning.com: http://createmeaning.com/2011/05/how-to-create-something-meaningful-two-things-to-consider-my-guest-lecture-at-the-miami-ad-school/
Und hier meine Folien aus dem Seminar:
Nun bin ich gespannt auf die Ideen der Studenten, die mich mit ihren guten Insights wirklich beeindruckt haben.
Montag, 28. März 2011
Mit Bacardi Cola gegen den Web-Wahnsinn? - Nur wer ist hier eigentlich wirklich gestresst? *Satire*
Und in der letzten Zeit häufen sich die Aufrufe zum analogen Leben.
Im letzten Jahr erklärte Diesel "Stupit is analog" und richtete eine analoge Version von facebook in Berlin aus.
Zusammen mit Fiat forderte Diesel uns dann zum Disconnect! auf:
VW erklärt den EOS zum Auszeit-Auto von der schnellen digitalen Welt.
Bacardi greift mit der neuen Kampagne laut Pressemeldung, die "veränderte Lebenseinstellungen der Konsumenten in der heutigen, digitalisierten und damit schnelllebigen Gesellschaft auf, ohne dabei seine Wurzeln zu verlieren. „BACARDI TOGETHER geht es um die echten menschlichen Verbindungen im Leben."

Und auch Astra widmet sich dem Thema "Web-Wahnsinn" und fordert (wenigstens kreativ), dass Astra Analog bleiben müsse.

Es scheint also ein tiefes Bedürfnis zu geben der Hektik des digitalen Zeitalters zu entkommen. Und wie es aussieht ist die Lösung Autofahren oder Alkohol.
Klar, dass sich dem auch Journalisten gerne anschließen und den OFFLINE Gang zelebrieren.
Hier setzen alle auf den gleichen Insight: Das Internet macht uns Wahnsinnig und gestresst. Aber ist es ein Insight?
Sind wir wirklich alle vom Netz so überfordert - oder machen hier vom Webwahnsinn verfolgte Werber und Journalisten ihre Lebensrealität zum Thema ? Schließlich sind ihre Branchen vom digitalen Wandel besonders getroffen...
Montag, 28. Februar 2011
Wie man digitalen Cool-Stuff entwirft: Worksheet-Ideen zur digitalen Strategie.
Diese Frage stellen sich sowohl Werber, PRler, Filmemacher, Spielentwickler oder Start-up Gründer. Im Grunde stellen sich alle diese Frage, die im Netz um Aufmerksamkeit ringen.
Vor einiger Zeit habe ich auf dem Digital Planning Workshop des Verbandes der Marken- und Kommunikationsstrategen eine Präsentation über die strategische Planung im digitalen Raum gehalten.
An example:People travel between two cities. They can either travel by plane or by train. The train takes double the amount of time and is as expensive as the plane – why would you choose to ride the train? The National Railway of Norway were faced with this dilemma and wisely decided on a brand platform suggesting that when it comes to the train it is the journey itself that is the destination – the train ride in itself is a valuable product – as opposed to the plane which is just herding cattle.The company invested heavily in this story on a range of surfaces and channels. But what happened when people came online to their website – possibly the most important interface in the interactions between the brand and the customer? Online the story was hidden. What people met where a ticket purchasing application/calculator mistakenly similar to the one offered by any cattle herding airline.
3. Die Worksheets
3. 1. Das "Cool-Stuff Opportunity" Template

3. 2. Der "Cool Stuff" Experience Plan

Die Inspiration für das zweite Template kam übrigens von dieses Business-Plan Model für Start-Ups.
Mittwoch, 26. Januar 2011
Great eBook: Getting started in #Transmedia by Robert Pratten (@zenfilm). A must read!
Robert Pratten from zenfilms has written an interesting and compelling ebook on transmedia storytelling. He has aggregated the most influential blog posts into this insightful overview that explains transmedia from concept to financing. Awesome work! A must read!
Mittwoch, 22. Dezember 2010
My Christmas Experiment: The Last Minute Gift Inspirator
This Video explains it:
And this is what it looks like:
So feel free to try it out: giftinspirator.heroku.com
It is even useful beyond christmas. You can use it for birthdays as well.
Working on this experiment was great fun. I learned a lot about the Facebook-API. It is the basis for thinking about Facebook-Apps. And I can only recommend everybody thinking about Facebook-ideas to read the API Documentation - even if you are not a programmer (like me).
I wish you all a stressfree christmas and a happy new Year.
Thank you for reading my blog.
Christian
Dienstag, 30. November 2010
People Centered Planning. Vortrag auf dem APG-Digital Planning Workshop
Dienstag, 9. November 2010
Beyond the Waterfall. Strategy, Agility and Communication as Mental Software
An older blogpost of mine got some attention on twitter a couple of days ago. In "Agile Strategy, Tactics an the Story of a DJ" I argued that we should not prefer doing over planning because they always inform with each other. My post was a response to the Agile Strategy Manifesto by Justin McMurray.
I guess the new attention for my article was driven by a little flamewar on the german account planning group's website. The debate was triggered by an insightful post from Nina Rieke (Strategist @doubleshift). In her post "Always in Beta" she writes that brands have to be as agile as the world.
Our articles have one thing in common: we looked at software development for inspiration.
In the software world the "always in beta"- discussion frames a shift in paradigm: From the linear waterfall-model to a more complex thinking in loops that incorporate early prototyping, testing and feedback.
Waterfall
http://posterous.com/getfile/files.posterous.com/creativeglasses/himCjCsjrdhh...
Managers loved the model, because it looks simple and controllable. And most of the agencies, I know are organized similar: Strategy, Art-Direction, Implementation, Measurement. But a waterfall can't cope with (user) feedback. Acknowleging this blind spot means to chance the hole line of production, breaking down processes, silos and hierarchies.
Loop
Today a lot of software is developed in a looping process of doing and planning, or planning and doing. Doing is needed to test things out and planning is needed to make things better and learn from mistakes. The loop resembles every creative process. Mangers had to accept complexity and a loss of control.
Naturally we have Waterfall-Models for the advertising industry as well as for the movie industry.
But if we think of communication as 'mental-software'-development, we can ask ourselves, how a similar paradigm shift could be visualized for our industries.
But I haven't seen a fancy looping-model by now - so I draw one by myself.
However it follows a personal premisse: I believe that content is as convergent as technology. It will be more and more difficult to distinguish between entertainment, news or advertising content. The only glue that holds an audience together will be a story, that offers an experience.
When I have drew it, I had not thought about advertising or tradtional media or interactivity. I have thought about developing an exiting story.
So here it is. It is a first draft - so feedback would be awesome.
The great thing about the loop: It does not suggest the time frame. Perhaps the first too loops happen in a day. The first Storytelling Rollout could be the rollout of a prototype within the creative team. And while fans of doing will rush to production, fans of planning will be more busy with feedback and audience knowledge.
Montag, 11. Oktober 2010
Digital Film Camp: Unternehmergeist, Audience Builiding, Crowdfunding und Social Media
Meine Vermutung ist, dass die künstliche Titel-Konstruktion ein nötiger "Kniefall" vor dem diesjährigen Oberthema des Filmfestes war, um an eine kleine Förderung kommen. Und ich bin mir sicher, dass der missverständliche Titel dazu geführt hat, das das DigitalFilmCamp bei weiten nicht so gut besucht war, als im vergangenen Jahr.
Eigentlich schade - denn die vier Gastredner aus Finnland, Schweden und Spanien hatten wirklich spannende Dinge zu erzählen. Als Filmemacher haben sie alle die Regeln der Filmbranche hinter sich gelassen und dank Social Media eine Community aufbauen können, die ihre Filmprojekte zum Teil mitfinanziert.
Den Einstieg machte Michael Gumpelmaier, Gründer des Portals Filmtiki.com. Er beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Social Media Marketing für Filmprojekte und schreibt einen Blog mit vielen Links und Case-Studies: http://gumpelmaier.net/2010/10/08/green-camp-hamburg-alternative-filmfinanzierung-via-web-2-0/
Nach ihm berichteten Jarmo Puskala und Pekka Ollula aus Finnland über ihr Filmprojekt IRON SKY. Sie starteten mit der schrägen Idee einen ironischen SciFi-Film über Nazis zu machen, die 1945 auf den Mond geflüchtet sind und 2018 die Erde zurück erobern wollen.
Und dank der Resonanz im Netz ist daraus das zweitgrößte Filmprojekt der finnischen Geschichte geworden. Vom ersten Moment an nutzten Sie Social Media, um sich mit allen Menschen zu vernetzen, die sie für diese Idee begeistern konnten.
Und das sind mehr als sie je erwartet haben: Der aktuelle Teaser-Trailer hat die 1.000.000 views auf Youtube beinahe geknackt. Götz Otto wurde als Hauptdarsteller verpflichtet und mit ihrer dialogorientierten Kommunikation über Website, Email, Youtube, Facebook und Twitter erreichen sie 150.000 Menschen pro Woche. So haben sie es geschafft, dass sie mit etwa 1.000.000€ von der Community unterstüzt zu werden - immerhin knapp 1/6 des Gesamtbudgets.
Dieser Erfolg gründet sich vor allem auf Zeit und harte Arbeit. Mindestens drei Personen seien in Vollzeit damit beschäftigt, die Social Media Kommunikation zu pflegen. Aber auch alle anderen an der Produktion beteiligten, seien indirekt immer ins Marekting eingebunden: "Everything you do online is marketing", sagte Jarmo. Er erinnerte aber auch daran, dass es nicht nötig sei mit Social Media jeden zu erreichen. Es ginge weniger um Reichweite, als darum die begeistertsten Fans zu finden und als Fürsprecher zu gewinnen und zu verstehen, dass alles was man über den Film berichtet auch ein Teil der Geschichte ist.
Seine Präsentation ist ziemlich Aufschlussreich:
In der anschließenden Diskussion gaben die Beiden ganz offen zu, dass es hilft, wenn man eine bereits existierende Community wie Science Fiction-Fans ansprechen kann. Auch sei der Kern ihrer Community bereits während der Dreharbeiten zu ihrem ersten Film StarWrek entstanden.
Neben den Zahlen teilten die Beiden auch sehr persönliche Geschichten. Vor allem Schmerze sie mit dem Vorwurf des Sell-Outs konfrontiert zu werden, sagte Jarmo. Um so schöner sei es mitzubekommen, dass die Community neue Freundschaften ermögliche. Doch die größter Angst bleibe, dass der Film nicht den Erwartungen der Fans gerecht werde. Denn was letztlich zähle sei die Story.
Eine anderen Weg ist die junge schwedische Filmemacherin Hanna Skøld gegangen. Um ihren ersten Film Nasty Old People hat sie einen Kredit von 10.000e aufgenommen - doch wie sollte sie das Geld wieder zurückzahlen, wenn niemand den Film sehen kann. Deshalb hat sie ihren Film unter Creative Commons Lizenz gestellt und sich an das Bittorrent-Portal Pirate Bay gewendet. Pirate Bay, die wegen der Verteilung von illegalen Filmkopien unter Beschuss der Filmindustrie stehen, haben den Film auf der Startseite als Download präsentiert. In den ersten fünf Tagen wurde der Film 16.000 Mal runter geladen. Und die plötzliche Begeisterung führte dazu, dass Hanna Skøld ihren Kredit über die Spenden der Zuschauer zurück zahlen konnte, die ihren Blog besucht haben. Und ein Jahr nach der "Premiere" auf Pirate Bay hat das schwedische Fernsehen den Film ausgestrahlt.
Die radikalste Strategie stellte Nicolás Schächter aus Spanien vor. Er arbeitet an einem Film über die vergessenen Kosmonauten der frühen Weltraumära. Das Projekt befindet sich noch in der Anfangsphase und ist von der festen Überzeugung geprägt, dass nicht der Content zähle, sondern das Erlebnis mit dem Content.
"El Cosmonauta" Teaser 1 (ESP) from Riot Cinema on Vimeo.
Digitale Inhalte seien durch das Netz sowieso zu jederzeit frei verfügbar und beliebig kopierbar. Weil es keinen Sinn mache, digitale Inhalte künstlich zu verknappen, plant er den Film mit einer Creative Commons Lizenz versehen und auf allen Kanälen gleichzeitig zu distribuieren.
Dem Kino komme dabei die Sonderrolle zu, zur Eventfläche zu werden. Die Rezeption des Films könnte zu einem Happening mit Party werden, oder zum Abschluss eines Alternate Reality Games. Deshalb setzt er viel auf transmedia storytelling und will den Kosmos des Films mit Comics, Events und anderen Medien ausdehnen. Denn in seinem Verständnis geht es nicht um die 90min Film am Ende - er sieht sich als Storyteller, der ein Erlebnis schafft.
Allerdings gab er auch offen zu, dass es schwer falle, mit ihrem radikalen Konzept finanzkräftige Unterstützer zu finden. Doch er sieht es positiv: Es werde viel geredet über transmedia und social media, aber ausprobieren müssten die unabhängigen Macher, die finanziell alles riskieren. Und wenn sie Erfolg haben, dann springen alle anderen auf.
Und ganz egal, ob Iron Sky oder Cosmonaut ein Erfolg an der Kinokasse werden, von dem Machergeist kann man schon jetzt den Hut ziehen und wünscht sich, er würde in andere Kreativbranchen einziehen.
Sonntag, 26. September 2010
Mein Picnic in Amsterdam: Rückblick auf das Crossmedia Festival
Nach drei Tagen auf dem Picnic Crossmedia Festival in Amsterdam bin ich zurück im regnerischen Hamburg.
Unter dem ambitionierten Motto "Redesign the World" wollte die Konferenz die Veränderung von Medien, Städten, Wirtschaft und Lebensweisen untersuchen. Deshalb haben die Organisatoren auch auf die Teilnehmer gesetzt: "What are you bringing?" lautete die Aufforderung der Organisatoren an die Teilnehmer, sich aktiv einzubringen. Ich habe vor allem meine Neugierde mitgebracht, bin unermüdlich zwischen Vorträgen und Sessions hin und her gewandert und habe gute Gespräche geführt.
Jetzt - mit zwei Tagen Abstand - frage ich mich: Was habe ich eigentlich mitgenommen, abgesehen von einem lustigen Aufkleber mit dem Schriftzug "Brainstormen is voor mietjes" (zu Deutsch: Brainstorming ist für Weicheier) ?
Von Steven Hayden, Chairman von Oglivy und mitverantwortlich für den berühmten 1984 Apple Spot, habe ich gelernt, daß Leben und Business einem ewigen Kreislauf folgen, den er in seinem Mandala abgebildet hat.
Einen besonders verstörenden Weg hat Aza Raskin , Creative Lead von Firefox, aufgezeigt. Er glaubt, dass Marken in naher Zukunft versuchen werden, sich in die unzähligen private Fotos und Videos im Netz einzuschleichen. Man stelle sich ein Urlaubsfoto mit einer Werbetafel im Hintergrund vor, deren Inhalt dynamisch verändert wird. Dieses "Private Product Placement" hätte, so Aza, denn Effekt, dass sich unsere Erinnerungen verändern. Und er wolle nicht, dass Marken ihn mit seiner Erinnerung in Konflikt bringen.
Einen ganz anderen Konflikt hatte Tom Hulme, Design Director von IDEO, in seinem Vortrag vor Augen: Es sei Zeit ist die Klischees von strukturierten, zahlenorientierten Kaufleuten und chaotischen Kreativen zu überwinden.
Der Framework eigenet sich bestimmt auch, um sich von Agentur-Neukunden ein holistisches Bild zu machen. Ich werde es ausprobieren.
Der erste Schritt zum erfolgreichen Business-Modell ist jedoch immer noch der gelungene Pitch. Deshalb kann man nie genug üben Ideen und Projekte so vorzustellen, dass Kunden und Investoren sie nicht nur verstehen, sondern auch Vertrauen in die Umsetzung schöpfen.
Das Pitch Training auf der Picnic wurde von einem Schauspieler von BoomChicago angeboten, einem bekannten Improvisationstheater in Amsterdam. In einer kleinen Gruppe haben wir mit viel Spass an der eigenen Bühnenpräsenz gearbeitet und den spontanen, wie souveränen Umgang mit aggressiven Fragen geübt. Im Zentrum stand ein Spiel: Jeder Teilnehmer musste auf der Bühne einen beliebigen Gegenstand als innovatives Produkt pitchen und die Fragen der anderen Teilnehmer beantworten. Die waren in die Rolle der Investoren geschlüpft. Ich habe übrigens meine Geldbörse als einen Multipurpose-Spy-Device vorgestellt, der die Zukunft der Geheimdieste revolutioniert.
Um die Zukunft ging es auch in dem Workshop des Datenexperten Andreas Weigend. Er arbeitet als Professor in Stanford und war unter anderem an der Entwicklung der Empfehlungsalgorithmen von Amazon verantwortlich. Er stellte uns Teilnehmern die Frage, wie wir 2020 mit unseren Daten umgehen und wie diese Daten unser Verhalten verändern werden.
Denn die Anzahl der Daten, die über uns existieren, die wir publizieren, hinterlassen und teilen verdoppelt sich alle 18 Monate. Dabei geht es nicht nur um die Daten aus der Social Media Welt, sondern auch um Bewegungsdaten, Einkaufsdaten, Gesundheitsdaten etc.
Aufgeteilt in kleine Gruppen wurden 12 Predictions erarbeitet und diskutiert. Sie sind der Aufhänger einer Artikelserie über die Datenwelt 2020, die Andreas Weigend zusammen mit der Picnic im kommenden Jahr auf weigend.com startet. Zusammen mit http://www.twitter.com/@komplettsystem und @michalhendriks habe wir diese Prediction abgegeben: http://ow.ly/i/44hx
Und noch eine vorsichtige Vermutung habe ich nach der Picnic: Ich denke, dass die Debatten über Social Media im kommenden Jahr versanden werden, da sie immer noch zu plattformorientiert geführt werden.
Das wurde mir während des Panels "Everything we know about transmedia is wrong" entlang von zwei Standpunkten deutlich:
Es sei einfach verlockend, sich in eine hippe Technologie zu verlieben und aus den Augen zu verlieren, was man eigentlich erzählen wollte, mahnte Tommy Pallota aus eigner Erfahrung an. Als Medienschaffender hat er nicht nur Hollywood Film wie Scanner Darkly visuell geprägt, sondern auch für die Microsoft Forschung gearbeitet hat.
Im Zentrum stehe immer die Story egal welche Technologien man nutzt, sie zu erzählen, führte Dan Hon aus. Er ist einer der Gründer der Firma Six to Start, die transmediale Erlebnisse konzipiert und vor kurzem zur Agentur WiedenKennedy gewechselt.
Beinahe Gebetsmühlenartig wiederholte er seine Aufforderung, sich erst Gedanken über sein Publikum und die Geschichte, die man erzählen will, zu machen. Erst dann steht die Entscheidung an, wie man sie erzählt. Dabei solle man nicht werten, ob eine Geschichte klassisch linear erzählt werde, oder transmedial, interaktiv und kollaborativ. Einzig die Geschichte sei wichtig.
Denn egal in welchem Medium gelte: "Bad Storytelling is just bad Storytelling". Deshalb mache es auch keinen Sinn zu glauben, man könne die schlechten Ideen im Internet verbraten. Umgekehrt gilt das genauso. Schließlich passe Hemmingways bewegenste Geschichte in einen Tweet: "Baby shoes, for Sale. Never worn".
Ich stimme ihm voll zu. Denn darum geht es bei guten Geschichten: Einen bewegenden Inhalt zu schaffen, der eine Konversation anregt.
Allerdings, so das Panel, fehle es an "Autoren", die virtuos mit verschiedenen Erzählformen umgehen und ihren Geschichten ansehen, wie sie am besten erzählt werden sollten.
Natürlich kann man hier auf die sogenannten Digital Natives setzten. Doch auch dann wird man auf die perfekten Transmedia-Autoren noch etwas warten müssen. Denn um gute Geschichten zu erzählen, braucht man neben Medienerfahrung vor allem eines: Lebenserfahrung.
So erklärt sich Dan auch, warum er im Web stets auf die gleichen Stories trifft, wenn Marken innovativen Medienumgang, Transmedia Storytelling oder Alternate Reality Games behaupten. Er wolle keine Videos mehr sehen, die behaupten keine Fiction zu sein, keine Verschwörungstheorien mehr als Alternate Reality Games mehr erleben oder von Teenagern hören.
(Transmedia Story Shitlist)
Egal was man plane, es sei wichtig, dass man sein Publikum ernst zu nehme. Wem es nur um Aufmerksamkeit gehe, der sei bei einem klassischen PR Berater besser aufgehoben.
Soviel zur "offiziellen Wissensaufnahme". In den Picnic-Pausen hatte ich die Möglichkeit zu inspirierenden Gesprächen unter anderem mit Jeremy Irish, dem Gründer der Geocashing-Bewegung, einer Trauma-Therapeutin, die in Haiti arbeitet oder Studenten einer niederländischen Schule für Entrepreneur-Ship, die ihr Schulgeld mit einem eigenen Business-Modell zurückverdienen müssen.
Ach ja: Das neue XBox Kinetic konnte ich auch ausprobieren. Und nach nur einer Runde bin ich mir sicher, dass das System im Weihnachtsgeschäft einschlagen wird.
Und noch eine kleine Kritik möchte ich loswerden: Ich glaube das Motto der Picnic war zu hoch gegriffen. Statt vieler paralleler Vorträge hätte ich mir mehr kleine Workshops gewünscht. Und es war irgendwie komisch bei einem fast vierstelligen Teilnahmebeitrag auch noch für jedes Getränk zahlen zu müssen.
Montag, 20. September 2010
Kernbotschaft vs. Reason to Care
Sozusagen als Nachklapper zum Barcamp haben sich Nina Rieke, Michaela Jausen und ich das Thema noch mal vor die Brust genommen. Wir drei haben unsere Perspektive auf den "Reason to Care" formuliert und veröffentlicht - in der Strategy Corner des Strategieverbands apg die im BranchenMagazin New Business erscheint.
Hier der Link:
http://www.apgd.de/wp-content/uploads/2010/09/100920-stratcorner.pdf
Als ich meinen Teil des Artikels geschrieben hatte, war mir vor allem eines klar: Ganz durchdringen lässt sich das Thema auf einer halben Seite nicht. Wer also Lust hat zu diskutieren oder mir mich zu meiner Perspektive befragen möchte, ist ganz herzlich eingeladen.
Dienstag, 31. August 2010
Rückblick auf das zweite Planning Barcamp

Freitag, 30. Juli 2010
At the End of the Funnel: Adaptive Marketing

Denn gerade das Internet und Social Media habe offen gelegt, wie aktiv Menschen ihren Entscheidungen durch (online) Recherche aktiv bestätigen oder verändern. Darum schlagen Sie vor, den Kaufprozess vom Menschen aus als eine "Reise" zu betrachten.

Jeder Mensch verfügt über einen individuellen Bewertungshorizont (Initial Consideration Set) mit dem er seine Interessen und Bedürfnisse betrachtet. Lautstarke Push-Kommunikation kann ihn sicher für neue Produkte und Marken aufmerksam machen. Doch vor dem Kauf steht die aktive Evaluierung des Interesses. Und natürlich entscheidet dann das Erlebnis nach dem Kauf, wie Menschen künftig über Produkt und Marke denken und ob sie die gleiche Entscheidung noch einmal treffen würden.

Doch wie stellt sich ein Unternehmen und/oder eine Agentur darauf ein, einen Menschen im Rahmen seiner Entscheidungs-Reise als Käufer zu gewinnen? Eine Reise, die an vielen verschachtelten Touchpoints entlang läuft, an die Menschen jeweils andere Erwartungen richten?
"A period in which marketers must become more adaptable as new channels and constructs for interacting with consumers flood the market that must be tied to the overall brand promise."
From outbound to surround. Consumers tell us that the marketing that they are exposed to is irrelevant to their interests3 And now consumers can opt out of telemarketing, direct mail, and email; they skip TV ads; and they will publicly blow the whistle on unacceptable advertising practices. Marketers recognize this problem: 62% believe that their TV advertising is less effective than two years ago.4 As Larry Flanagan, CMO of MasterCard, points out, his organization is now “moving from decades of push strategy to a more holistic 360-degree consumer strategy” in order to keep consumers engaged.From campaigns to experiences. In an Adaptive Marketing era, the old campaign mindset has to be put out to pasture, but most marketers and agencies still organize, sell, and service from a campaign mindset. The advertising ecosystem is ill-equipped to capture, analyze, and use insight about how to engage best with customers to improve their ongoing experience with the firm. As the former CMO at a global car rental company pointed out, “As media fragmented, agencies approached each channel the same way: as a new means of bombarding the consumer with our message. We found the quality of work declined over time while agencies floundered to layer on skills that just weren’t native to them.”From segmented “audiences” to individuals. The days of reach and frequency as effective advertising metrics are on their last legs. But most agencies still apply broad segmentation strategies to new channels. Consumers don’t want to be “targeted” as an audience — they want to participate. Yet most marketers and agencies have a long way to go to fully embrace the notion of customer participation. As one senior marketer commented, “We’re keen to embrace social media, but there’s also a part of me that thinks that anyone with a keyboard is dangerous.”

In the Adaptive Marketing era, marketers will need to move seamlessly between digital, broadcast, and branded entertainment options and across earned, owned, and paid media options. This holistic approach to media will mean agencies that deal in this broader definition of media (e.g., media planning, interactive, and PR agencies) will blend together or compete as “interaction” agencies. Starcom MediaVest already describes itself as a “human experience” agency focusing on all forms of media, while social media agencies like the Digital influence Group start planning some paid media to go along with the earned media it creates through social experiences.
Ideas: emotional connections that can be adapted to all touchpoints. The big ideas behind the “Mad Men”-era campaigns remain relevant because brands must still connect emotionally with their consumers. But digital experiences adapt faster. Consumer control and media fragmentation will require new approaches that help the message hang together wherever they are encountered.5Interaction: ever-changing dialogue between brand and consumers. As marketing shifts to focus on pulling in customers, marketers need to rethink the interplay between paid, owned, and earned media.6 This requires marketers to find firms that can stay on top of the conversation wherever it is happening.Intelligence: real-time insight into customer behavior. The volume and interdependency of data gathered in multiple fragmented channels provide an opportunity for marketers to learn more about their customers than at any time in the past. The challenge is to gather, analyze, and create actions as these insights materialize.





