Dieser Blog ist umgezogen!

Achtung!! Dieser Blog ist umgezogen. Ab jetzt schreibe ich auf http://growthbystory.de/.

Montag, 11. April 2011

Das Netz vom Vorinformations-Medium zum Kontext-Raum: Ansatz für eine basale Transmedia Storytelling Architektur bei Museen, Events und mehr.



Vor einigen Tagen habe ich die Ausstellung von Gilbert and George in den Deichtor Hallen in Hamburg besucht.
Als ich die meine Sachen in der Gaderobe einschließen wollte, fiel mir ein, dass ich mein Ipad dabei hatte. Spontan beschloss ich ein Experiment zu wagen und zu schauen, wie das Web mein Erlebnis der Ausstellung bereichern könne.

Das Ergebnis war ziemlich ernüchternd.

Ich nahm vor einem der großen Werke auf einer Holzbank Platz, holte das iPad aus der Tasche und begann zunächst einmal über die Künstler zu googeln. Dabei wurde ich misstrauische vom Wachpersonal im Blick behalten, dass anscheinend unschlüssig darüber war - ob ein iPad ebenso aus dem Museum verbannt gehört wie ein Mobiltelefon.

Wenn man nach Gilbert, George und den Deichtorhallen bei Google sucht erhält man eigentlich nur Informationen, die auf die diese oder andere Ausstellung hinweisen: Die Ankündigung der Ausstellung auf den Seiten der Deichtor-Hallen, Zeitungsartikel zur Ausstellung etc. Über das Konzept der Ausstellung oder zu den einzelnen Bildern war nichts zu finden. Und die wenigen Online-Videos zu Gilbert und George konnte ich nicht aufrufen, da die Museums-Mauern das UMTS Signal meines iPads perfekt abschirmten.

Natürlich hätte ich mich um eine Führung bemühen können - doch die findet lediglich um 16.00 Uhr statt. Nach einer Audio-Tour hatte ich nicht gefragt, zumal ich mit dem iPad ein Multimedia-Gerät in den Händen hielt, das wesentlich mehr Leistung zu bieten hat als ein knisternder Audio-Tour Kopfhörer.

Der umfassenste Einstieg in die Bedeutung der Bilder der Ausstellung hätte mir nur der Katalog gegeben. Das gedruckte Exemplar wurde jedoch außerhalb der Ausstellung angeboten, es kostet einen stolzen Betrag und wog gefühlt eine halbe Tonne. Darin hätte ich mobil kaum lesen können.


Natürlich kann man jetzt fragen, warum ich so auf der Suche nach Kontext-Informationen war. Schließlich hätte ich die Bilder doch für sich selbst sprechen lassen können. Das stimmt, doch letztlich ist es immer das Kontextwissen, dass den Dingen, die wir sehen eine tiefere Bedeutung bringt. Und wenn ich von Kontext-Informationen spreche, meine ich nicht nur trockenes Kunsthistorisches Wissen. Das Erlebnis von Bildern kann besonders durch Geschichten aufgeladen werden und digitale Medien können einen unterhaltsamen Einstieg liefern, wie dieses Beispiel aus Polen zeigt:



Entscheidend an diesem Beispiel ist für mich weder die technische Umsetzung noch die Frage, ob die Inhalte zu "flach" inszeniert sind (Diese Diskussion wurde im Kulturmanagement-Blog von Christian Henner Fehr geführt).

Entscheidend an diesem Beispiel ist, das hier das Internet nicht allein als Medium verstanden wurde, in dem Menschen sich im Vorfeld über eine Ausstellung informieren, sondern als die technische Infrastruktur, die den Kontext der Ausstellung durch Informationen und Storytelling bereichert.

Bereits vor über einem Jahr habe ich in einem anderen Blog-Post am Beispiel eines Hotel-Besuchs argumentiert, dass es ein Kern-Kriterium des allgegenwärtigen Netzes ist, dass auch die Erlebnis-Phase eines Produktes, Anlass für digitale Informationszugriffe und Dialoge ist: http://creativeglasses.blogspot.com/2010/01/auswahl-erlebnis-erfahrung-eine.html

Das unten stehende Schaubild eines vom Menschen aus gedachten Produkt-Erlebnis-Zyklus macht deutlich, dass die digitalen Potentiale eines Ausstellungs-Konzeptes in allen Phasen des Erlebens liegen.



Jedes Produkt-Erlebnis ist ganz allegemein betrachtet in drein Phasen unterteilt: Die Auswahlphase, die Erlebnisphase und die Erfahrungs-Phase in der das Erlebte bewertet wird.

Da das Netz früher nicht mobil zugänglich war, und während eines Ausstellungsbesuchs nicht zur Verfügung stand, wurde es automatisch vom Menschen als "Vorinformations-Medium" oder im Anschluss an den Besuch als ein "Bewertungs-Medium" betrachtet: Man hat im Internet Informationen gesucht , um zu entscheiden, ob man die Ausstellung sehen will. Und wenn man sie gesehen hat, hat man seine Bewertung des Erlebten im Internet mitgeteilt. Auch der Katalog ist nicht als Kontext-Information gedacht, sondern soll die Zeit nach dem Besuch, die Erinnerung and die Ausstellung, bereichern. Dementsprechend wurde alle Informationen auf diese beiden Phasen hin konzipiert und aufbereitet.

Jetzt ist der Zugriff über Smartphone und iPad allgegenwärtig. Doch die Informationen, die während eines Besuches relevant sind, fehlen.

Damit verschenken Museen jedoch eine großartige Chance zum transmedialen Erzählen. Und dafür braucht es nicht zwangsläufig Schauspieler, die Gemälde als Marketing-Gag inszenieren. Es geht viel basaler um den Aufbau einer technischen Infrastruktur, um die Erlebnis-Phase zu digitalisieren.

Diese balsale Infrastruktur beinhaltet:

  • Eine W-Lan Anbindung des Ausstellungs-Raumes, für den schnellen Zugriff auf Kontext-Informationen
  • Eine mobile Website, die die Geschichten hinter den Werken, Künstlern und der Ausstellung bereit hält. Eine Art Mini-Katalog, der Dank der modernen Smart-Phones auch Video/Audio-Inhalte abspielen kann. (So können über das Netz schon heute Audio-Guides über das Smartphone des Besuchers abgewickelt werden).


Denn steht diese Infrastruktur können Spielsystematiken, Rätsel oder digitale Besucherkommentare die Ausstellung noch tiefer berreichern und unterhaltsamer machen.

Darüber hinaus sind diese Gedanken nicht auf ein Museum beschränkt. Sie können zum Beispiel ein Zoo Erlebnis ebenso bereichern wie ein Firmen-Event. Und sie treffen auch auf jeden großen Store zu. Kontextbezogene Informationen hätten mir in diversen Baumärkten schon viel Ärger erspart.

Doch jetzt die Frage an die Leser: Wer kennt gute Beispiele wo die Erlebnisphase für Kontext-Informationen genutzt wurde.

Donnerstag, 7. April 2011

"DieEhrlichen.com" - A little status update on my #transmedia project including our application for EU-funding.

In November 2010 director Jan Schütte and I have started "DieEhrlichen.com" (German for 'The Honest') - our experimental transmedia plattform and actors lab.

Basically we try to build a network of fictional video-blogs interacting with each other an die audience first and want to spread out our characters/stories then into other media-forms form facebook to cinema. 

This was first post describing our initial idea: http://creativeglasses.posterous.com/starting-a-transmedia-storytelling-experiment

Since then a lot of great things happend: 

We have earned a lot of great feedback online and on film conferences in Cologne and the Digital Film Camp during the Berlinale in Berlin. 

Img_0024

We had also the pleasure to host two workshops for actors and writers who like to join the project in Hamburg. Although the video below is in German it will give you some insight into the creative spirit of our Workshops. A workshop for Berlin is already planned.

 

Now we have about 10-15 well known German actors and writers who are building new characters and stories for the web. Some of them are already online. Others are in the try out phase. And the whole team is constantly posting and discussing ideas in our secret facebook-group. 

 

Last year Jan and I just wanted to do something about digital storytelling. Now we fell, that we are at the edge of creating a real movement among professional actors that might spread across the european borders. 

And with that we are facing new challenges: More than ten highly creative people are far more acive and productive than our time planning estimated. Sometimes we aren't able to follow every discussion and idea that is coming from the writers and actors. 

But the biggest challenge is technology. We started the project with a word-press blog as our central entrance into the project. It was fine to start the project. Now it is like a static, time consuming monster that is not able to display the interactions between our fictional characters - that the creative team is thinking of. 

Therefore we have applied for First Motion Funding. First Motion is an EU funding programm for transmedia production. It offers 30.000 € and we hope to get this money to build a new website for the project. 

Bildschirmfoto_2011-04-07_um_12

The Call for Papers ended last week. Every free minute I had over the last month went into this application. Now we have to wait for the decision. And even if we don't win the funding: writing the application helped us to understand our own ideas better and encouraged us to go forward with the project with or without funding. 

So now we decided to make our application puplic: We hope to inspire other transmedia producers with our ideas and every feedback would be great. (And please don't steal!)

https://docs.google.com/document/d/1AOeG4Zpe3u6R51hW5DWc_XNNmY3FqMom6HiVpfNhj...

 

 

Posted via email from creative*glasses